Neue Website, neues Logo, neue Farben

Das Kompetenz-Centrum Geriatrie präsentiert sich seit dem 04.04.2022 mit seiner neuen Website. Unser neuer Internetauftritt ist Bestandteil des Verbund-Systems aller Medizinischen Dienste in Deutschland. Das bietet die Möglichkeit, bei redaktioneller Eigenständigkeit zukünftig gemeinsame Ressourcen bei Webdesign und Serverleistung zu nutzen und sich besser zu vernetzen. Inhaltlich bietet die neue Website unverändert die bisher gewohnten und intensiv genutzten Angebote, wie unseren Info-Service zu geriatrischen Assessments und gerietrierelevanten Leitlinien, die Auslegungshinweise der Medizinischen Dienste zu geriatrischen Komplexbehandlungen sowie alle wichtigen Informationen zu unserer Arbeit und zu unseren Erreichbarkeiten.

Die Medizinischen Dienste prüfen im Auftrag der Krankenkassen die Erfüllung der Voraussetzungen für die Kodierung geriatrischer Komplexbehandlungen im Krankenhaus gemäß amtlichen OPS. Das Kompetenz-Centrum Geriatrie erstellt im Auftrag der Gemeinschaft der Medizinischen Dienste hierzu Begutachtungshinweise zur Unterstützung einer bundesweit einheitlichen Begutachtung. Zur Erhöhung der Transparenz veröffentlichen die Medizinischen Dienste zusätzlich Auslegungshinweise zu denjenigen Mindestmerkmalen zu denen dort nähere Hinweise erfolgt sind. Die aktualisierten Auslegungshinweise für das Jahr 2022 stehen Ihnen jetzt zur Verfügung.

Die Krankenkassen entscheiden nach den medizinischen Erfordernissen des Einzelfalls über die Durchführung medizinischer Vorsorge und Rehabilitation. In diesem Zusammenhang beauftragen die Krankenkassen die Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes in Stichproben und regelmäßig bei Verlängerungen (§ 275 Abs. 2 SGB V) mit der Indikationsprüfung. Darüber hinaus werden sie insbesondere bei vorzeitigen Anträgen oder wenn sich aus den vorgelegten Unterlagen für die Krankenkasse keine eindeutige Indikation ableiten lässt mit einer sozialmedizinischen Begutachtung beauftragt. Die Begutachtungsanleitung (BGA) Vorsorge und Rehabilitation bildet dafür die sozialmedizinische Grundlage. Die Begutachtungsanleitung verfolgt das Ziel einer auf dem aktuellen Wissensstand beruhenden einheitlichen Begutachtung von Vorsorge- und Rehabilitationsanträgen und regelt außerdem die Zusammenarbeit von Krankenkassen und dem Medizinischen Dienst.
Die Begutachtungsanleitung wird regelmäßig an neue gesellschaftliche und rechtliche Entwicklungen sowie an den aktuellen Stand (rehabilitations-)medizinischer Erkenntnisse angepasst. In der nun vorliegenden aktualisierten Fassung wurden insbesondere die Änderungen durch das Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG) mit Blick auf die Thematik „Rehabilitation für pflegende Angehörige“, einzelne Änderungen infolge des Intensivpflege-und Rehabilitationsstärkungsgesetzes (GKV-IPReG) aufgenommen. Des Weiteren wurde die durch die AG „ICF“ der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention überarbeitete Systematik personbezogener Faktoren in die BGA übernommen.

​​​​​Ab sofort können Krankenhäuser die Begutachtung von Strukturmerkmalen in abrechnungsrelevanten Operationen- und Prozedurenschlüsseln (OPS) beantragen. Grundlage dafür ist die Ende Februar vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS)​ erlassene Richtlinie „Regelmäßige Begutachtungen zur Einhaltung von Strukturmerkmalen von OPS-Kodes nach § 275d SGB V“. Die Richtlinie wurde am 20. Mai 2021 vom Bundesministerium für Gesundheit genehmigt. Zusätzlich zu dieser Richtlinie wurde seitens des MDS ein Begutachtungsleitfaden veröffentlicht, der die bundesweit einheitliche Durchführung von Strukturprüfungen durch die Medizinischen Dienste unterstützen soll.

Damit können nun auch Kliniken Anträge für die regelmäßig erforderlichen Begutachtungen zur Einhaltung von Strukturanforderungen ​geriatrischer OPS-Kodes veranlassen. Die Anträge sind bei den zuständigen Medizinischen Diensten auf Landesebene zu stellen.

Die Richtl​inie und den Begutachtungsleitfaden finden sie auf den Internetseiten des MD Bund.

​​​​Mit dem „Gesetz für bessere und unabhängigere Prüfungen“ (MDK-Reformgesetz) erfolgt die Umbenennung der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) in Medizinische Dienste (MD). Der MDK Nord, bei dem das Kompetenz-Centrum Geriatrie beheimatet ist, hat diese Umbenennung zum 01.03.2021 bereits als erster MDK vollzogen und trägt nun die Bezeichnung Medizinischer Dienst Nord (MD Nord).
Alle Texte auf unserer Internetseite wurden bereits angepasst. Die Verwendung eines geänderten Logos erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt. ​

​​​Mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger ist zum 01.01.2021 die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur​ (RL-QSFFx) in Kraft getreten. Der ursprüngliche Beschluss vom 22.11.2019 wurde am 20.11.2020 und 16.04.2020 geändert. Die Richtlinie sollte urrpünglich zum 01.07.2020 in Kraft treten. Die Richtlinie beinhaltet u.a. die verbindliche ortho-geriatrische Zusammenarbei​​t für Patientinnen und Patienten mit positivem geriatrischen Screening. Damit wird die Kooperation zwischen Unfallchrirurgie und Geriatrie mit dem Ziel von Verbesserungen in der Patientenversorgung weiter gestärkt  (s. auch unsere Informationen vom 25.11.2019​)​.

​>> Informationsangebot des G-BA

​​​​Vom 1. Senat des Bundessozialgericht wurde am am 17.12.2020 über die streitige Abrechnung des OPS-Kodes 8-550* (geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung) einer Klinik bei einem 55-jährigen Patienten entschieden (Az. B 1 KR 21/20 R): „Mangels klarer definitorischer Vorgaben kann eine „Altersbehandlung" nur Personen betreffen, die in einem gesamtgesellschaftlichen Konsens als „alt" angesehen werden können. Unter der Mindestgrenze von 60 Jahren ist davon nicht auszugehen" (​Terminberic​ht Nr. 49/20 vom 18.12.2020​).

Für die Kodierung einer geriatrisch frührehabilitativen Komplexbehandlung ist damit regelmäßig ein Alter von mindestens 70 Jahren, zumindest aber ein Alter von 60 Jahren in Verbindung mit plausibilisierenden Angaben erforderlich. Damit bestätigt das Bundessozialgericht sein Urteil vom 23.06.2015 (Az. B 1 KR 21/14 R) und hob die Urteile der Vorinstanzen auf.

Im vorliegenden Terminbericht verwies das Bundessozialgericht zudem auf die Auslegungshinweise des Kompetenz-Centrums Geriatrie, die bereits seit ihrer ersten Fassung die identische Altersuntergrenze von mind. 60 Jahren enthalten. Die prozessbeteiligte Krankenkasse, AOK Rheinland/Hamburg, wurde im Verfahren vom Kompetenz-Centrum Geriatrie fachlich unabhängig beraten.

​​​​Die 4. vollständig überarbeitete und erweiteret Auflage des Kompendiums Begutachtungswissen Geriatrie ist als ebook sowie als Softcover im Springer Verlag erschienen. Wissen ist im Fluss, und so war es notwendig, die Erkenntnisse und Entwicklungen der letzten 5 Jahre in die Neuauflage einzuarbeiten. Zuvorderst war es notwendig, die seit dem Jahre 2018 neue sektorenübergreifende Definition des geriatrischen Patienten aufzunehmen. In diesem Zusammenhang war es auch geboten, die beiden Begriffe Frailty und Sarkopenie näher zu erläutern. Im Bereich des Krankenhauses haben sich durch die jährliche Revision relevante Änderungen in den beiden geriatrischen OPS-Kodes 8-550* und 8-98a* ergeben. Darüber hinaus erfolgte eine Anpassung an die aktuelle ​Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes. Im Bereich der Rehabilitation waren die in 2018 erfolgten Überarbeitungen der Begutachtungsanleitung Vorsorge und Rehabilitation sowie der Rahmenempfehlungen zur ambulanten geriatrischen Rehabilitation zu berücksichtigen. Erstmals ist die mittlerweile aufgebaute ambulante geriatrische Versorgung in einem eigenen Kapitel beschrieben. Nicht zuletzt wurden viele Zahlen, Daten und Fakten aktualisiert. 

Zitierweise: Ernst F. et al. Kompendium  Begutach​​tungswissen Geriatrie, 4. vollst. üb. und akt. Aufl. 2020, XII, 124 S. 21 Abb., Springer Verlag (ISBN 978-3-662-61447-1)

​​„Menschen mit Demenz – Begleitung, Pflege und Therapie“ - diesen Titel trägt die aktuell veröffentlichte  Neuauflage der Grundsatzstellungnahme des ​Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS). An der Erstellung war das Kompetenz-Centrum Geriatrie beteiligt. 

Vor gut zehn Jahren wurde die erste Auflage der Grundsatzstellungnahme veröffentlicht. Das Interesse am Thema hält unvermindert an und in vielen Pflegeeinrichtungen stellt die Grundsatzstellungnahme nach wie vor eine wichtige Grundlage für die Gestaltung des Versorgungsalltags dar. Das zeigen u. a. Erfahrungen aus den Qualitätsprüfungen der MDK, aber auch regelmäßige Rückmeldungen aus der Pflegepraxis.

Die aktuellen Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis machten eine grundlegende Überarbeitung der Grundsatzstellungnahme erforderlich, damit ​auch zukünftig ein fachlich fundiertes Nachschlagewerk für die Praxis der Begleitung, Pflege und Therapie von Menschen mit Demenz zur Verfügung steht. Das galt umso mehr, als mit dem nun geltenden Pflegebedürftigkeitsbegriff im SGB XI gerade Menschen mit kognitiv und psychisch bedingten Unterstützungsbedarfen gestärkt werden sollen: Das heißt, insbesondere Einrichtungen der pflegerischen Langzeitversorgung werden sich mittel- und langfristig noch stärker als bislang mit Konzepten auseinandersetzen müssen, die auf die Pflege und Betreuung dieses besonderen Personenkreises ausgerichtet sind. Mit der Neuauflage der Grundsatzstellungnahme leistet die MDK-Gemeinschaft daher einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs in der Praxis.

​Die meisten Menschen mit Demenz leben zu Hause und werden von nahezu allen Professionen und Institutionen des Gesundheitssystems in unterschiedlichen Umfängen versorgt, z. B. von ambulanten Pflegediensten, Haus- und Fachärzten, in Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen und Hospizen.​ Die überarbeitete Grundsatzstellungnahme legt deshalb den Fokus nicht mehr nur auf stationäre Pflegeeinrichtungen, sondern auf die gesamte Bandbreite der professionellen Versorgung von Menschen mit Demenz. 

Diese Grundsatzstellungnahme ist somit als umfassender Praxisleitfaden zu verstehen, bei dem der Mensch mit Demenz mit seinen Bedürfnissen und insbesondere seiner Selbstbestimmung im Mittelpunkt steht.

>> zur Grundsatzstellungnahme

​​​​​Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 22.11.2019 Vorgaben für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einer hüftgelenknahen Femurfraktur im Krankenhaus beschlossen. Mit verbindlichen Struktur- und Prozesskriterien soll erreicht werden, dass zukünftig deutlich häufiger innerhalb eines Zeitfensters von 24 Stunden operiert werden kann. Standardabläufe sollen helfen, Barrieren für eine zeitnahe operative Versorgung zu beseitigen. Die neue Richtlinie sieht hierfür die Einführung verbindlicher, interdisziplinär abgestimter, schriftlicher und jederzeit verfügbarer Standardabläufe vor, sogenannte Standard Operating Prozedures (SOP). Eine dieser SOP umfasst auch die ortho-geriatrische Zusammenarbei​​t für Patientinnen und Patienten mit positivem geriatrischen Screening. Damit wird die Kooperation zwischen Unfallchrirurgie und Geriatrie weiter gestärkt, da Studien die Wirksamkeit dieser Zusammenarbeit belegt haben (s. auch das Gutachten: Lübke N, Meinck M (2018). Vorprüfung zur Eignung orthopädisch-geriatrischer Kooperation als Element der Qualitätssicherung in der Versorgung hüftgelenksnaher Femurfrakturen im Krankenhaus" vom Juni 2018. Hamburg: Kompetenz-Centrum Geriatrie.

Die neue Richtlinie des G-BA soll bei Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger zum 1. Juli 2020 in Kraft treten. Der G-BA berichtet in seiner Pressemitteilung Nr. 40 / 2019 vom 22.11.2019 über Hintergründe und weitere Eckpunkte der neuen Richtlinie:​​

>> zur Pressemitteilung des G-BA​​

>> zum Beschluss des G-BA​​