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INFO - Service des KCG -  geriatrische Versorgungsstrukturen in Deutschland

Gesundheitliche Versorgungsstrukturen differenzieren sich in der Regel nach der Versorgungsstufe (ambulant, evt. teilstationär, stationär) und den Versorgungssektoren (vertragsärztliche Versorgung, Krankenhausversorgung, Rehabilitation). Die geriatrische Versorgung im vertragsärztlichen Bereich durch hierfür speziell weiter- oder fortgebildete Ärzte ist in Deutschland noch immer die Ausnahme.

Spezifisch geriatrische Versorgungsstrukturen konzentrieren sich bisher fast ganz auf den Krankenhaus- bzw. den Rehabilitationssektor. Allerdings hat auch hier die historische Entwicklung in den einzelnen Bundesländern aufgrund unterschiedlicher politischer Konzeptionen zu sehr unterschiedlichen geriatrischen Versorgungsstrukturen geführt. So werden klinisch-geriatrische Behandlungskapazitäten in einigen Bundesländern ausschließlich im Krankenhaussektor (stationär und teilstationär) vorgehalten, in einigen Bundesländern (nahezu) ausschließlich im Rehabilitationssektor (stationär und ambulant/vereinzelt auch mobil) und in einigen Bundesländern sowohl im Krankenhaus als auch im Rehabilitationssektor. Entsprechend unterschiedlich gestalten sich der Zugang und die Zugangschancen geriatrischer Patienten in eine spezifisch geriatrische Behandlung. Unter entsprechend unterschiedlichen Bedingungen wird aber auch das geriatrische Behandlungskonzept, das charakteristischerweise den häufig gleichzeitigen Bedarf akutmedizinischer und rehabilitativer Behandlungsanteile zu berücksichtigen hat, umgesetzt (Lübke 2005).

Die nachfolgend verfügbare Abbildung zu geriatrischen Versorgungsstrukturen gibt einen Überblick über den aktuellen Stand klinisch-geriatrischer Versorgungskapazitäten in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen, gegliedert nach Bundesländern und bezogen auf je 10.000 Einwohner älter als 65 Jahre (geriatrische Versorgungsquote). Grundlage sind Daten der amtlichen Statistik mit Stand 2010 (Statistisches Bundesamt 2011) sowie Angaben des vdek-Bundesverband im Bereich der von der amtlichen Statistik bisher nicht erfassten ambulanten Rehabilitationseinrichtungen (ohne mobile geriatrische Rehabilitationsdienste).



In einzelnen Bundesländern kann in der Abbildung tendenziell eine Unterschätzung der geriatrischen Versorgung in Krankenhäusern darin begründet sein, dass Vereinbarungen zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern getroffen werden, die die Erbringung und Abrechnung geriatrisch frührehabilitativer Komplexbehandlungen ermöglichen, ohne das eine entsprechende Ausweisung von geriatrischen Versorgungskapazitäten in Form von Geriatriebetten in der amtlichen Statistik erfolgt.

Angaben zur früheren Entwicklung wurden von Uhlig (2001), Stier-Jarmer, Pientka, Stucki (2002) und Meinck, Lübke, Plate (2006) zusammengefasst. Aufgrund mehrfach geänderter Erhebungsverfahren, die insbesondere auf eine verbesserte Ausweisung der Versorgungsstrukturen für die geriatrische Rehabilitation ausgerichtet waren, ist ein längsschnittlicher Vergleich auf Basis der amtlichen Statistik nur sehr eingeschränkt möglich. Daher werden derzeit lediglich die aktuell verfügbare Versorgungsquoten mit Stand von 2008 seitens des KCG dargestellt. Die vormals hier verfügbaren Abbildungen geriatrischer Versorgungsquoten der Jahre 2003, 2004 2005, 2006 und 2007 basierten z.T. auf
in der amtlichen Statistik anderweitig definierten Erhebungsmerkmalen, die insbesondere bei geriatrischen Rehabilitationsbetten zu einer erhebungsbedingten Unterausweisung geführt haben (vgl. auch Meinck, Lübke, Plate 2006).
 HTML-valide letzte Änderung: 14.12.2011 I webmaster