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Expertenforum zum
Weißbuch Geriatrie
Hamburg 13.09.2010
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13.09.2010

120 Teilnehmer diskutierten auf dem Expertenforum des Kompetenz-Centrums Geriatrie die Perspektiven der geriatrischen Versorgung bis zum Jahr 2020

Die demographischen Veränderungen und Ihre Auswirkungen auf die medizinische Versorgung werden seit Jahren unter Experten und in der Öffentlichkeit zum Teil sehr kontrovers diskutiert. In Deutschland entstehen zwar immer mehr geriatrische Krankenhaus- sowie geriatrische Rehabilitationseinrichtungen - und dies gegen den allgemeinen Trend zum Bettenabbau und zur Verlagerung stationärer Behandlungsleistungen in den ambulanten Bereich - aber es besteht bundesweit auch eine leistungsrechtlich heterogene Versorgungslandschaft für geriatrische Patienten mit zum Teil erheblichen regionalen Kapazitätsunterschieden. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte der Bundesverband Geriatrie unlängst das Weißbuch Geriatrie. Die Versorgung geriatrischer Patienten: Strukturen und Bedarf - Status quo und Weiterentwicklung.

Das Kompetenz-Centrum Geriatrie des GKV-Spitzenverbandes und der Medizinischen Dienste (MDK) nahm dies zum Anlass am 13.09.2010 in Hamburg zum Expertenforum "Weißbuch Geriatrie" - was nun? Planungsperspektiven 2020 zu laden. Der Einladung folgten rund 120 an der Ausgestaltung geriatrischer Versorgungsstrukturen beteiligte Experten und Vertreter von Krankenkassen, ihrer Landes- und Bundesverbände sowie aus Politik, Medizinischen Diensten und der Versorgungspraxis.

In  seinem einführenden Vortrag stellte Dr. Norbert Lübke (Leiter des Kompetenz-Centrums Geriatrie) die Kernaussagen des als Weißbuch Geriatrie erschienenen Gutachtens der Gesellschaft für betriebswirt­schaftliche Beratung (GEBERA) vor. Er hob hervor, dass für weitere Planungen ein Konsens über die Zielgruppe geriatrischer Behandlungen und Ihrer medizinisch begründeten Versorgungsbedarfe erforderlich ist. Er verwies zugleich auf Beschränkungen in den Aussagen des Weißbuchs Geriatrie, welches z.B. ausschließlich stationäre Behandlungsangebote der Geriatrie in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen berücksichtigt und damit das Gesamtspektrum ambulanter geriatrischer Versorgung - sei es in ambulanten Einrichtungen sei es in vertragsärztlicher Versorgung -  ausklammert.

Weiterhin referierten der Geschäftsführer des Bundesverbands Geriatrie D. van den Heuvel, der Gesundheitssenator der Freien und Hansestadt Hamburg Dietrich Wersich, der Vors. der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt Dr. B. John, der Leitende Arzt der Ärztekammer Hamburg Dr. K. Beelmann für die Bundesärztekammer und M. Mohrmann von der AOK Rheinland/Hamburg ihre Sichtweisen zum Weißbuch Geriatrie. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden weitere Fragen zum Weißbuch Geriatrie von Vertretern aus Politik und unterschiedlichen Institutionen des Gesundheitswesens (Gesundheitsministerien, Krankenkassen, Medizinische Dienste, Kassenärztlicher Vereinigung, geriatrischer Fachgesellschaften und geriatrischem Fachverband) diskutiert.

Trotz kritischer Auseinandersetzung mit Annahmen und Prognosen des Weißbuchs Geriatrie zeichneten sich als Ergebnis des Expertenforums zwei von den teilnehmenden Experten weitgehend übereinstimmend geteilte Entwicklungsperspektiven der Geriatrie bis zum Jahr 2020 ab:

  • Schwerpunkt der Weiterentwicklung geriatrischer Versorgungsstrukturen muss auf der Verbesserung des ambulant geriatrischen Versorgungsangebots liegen. Dies umfasst die Förderung genereller Geriatriekompetenz im vertragsärztlichen Bereich genauso wie Überlegungen für eine spezialisierte Versorgung durch besonders geriatrisch qualifizierte Ärzte und den Ausbau ambulanter geriatrischer Rehabilitation. Durch Vermeidung unnötiger Krankenhausaufnahmen kann dies die stationären Bedarfsprognosen des Weißbuchs Geriatrie deutlich senken.
  • Das Rahmenkonzept des im Weißbuch Geriatrie vorgeschlagenen, den regionalen Versorgungsstrukturen für geriatrische Patienten (stationär und ambulant, kurativ, rehabilitativ pflegerisch und sozial) angepassten „geriatrischen Versorgungsverbundes“ sollte verstärkt erprobt werden, um eine bessere sektoren- und bereichsübergreifende Versorgung zu erreichen.

Auch wenn diese erste Diskussion des Weißbuchs Geriatrie auf dem KCG- Expertenforum nicht alle Fragen zu den Planungsperspektiven geriatrischer Versorgung bis 2020 beantworten konnte - Daten- und Evidenzlücken bleiben bestehen - , stellt das Gutachten den Einstieg in eine Diskussion um Anpassungen unseres Systems an die Herausforderungen der Zukunft dar, die nicht weiter aufgeschoben werden sollte.

___________________

Download der Vorträge -> mehr

Ergebnisdokumentation  Download Leitlinien Gruppe 5

Plenum
Plenum des Expertenforums
s

TN
P. Zimmermann
(Geschäftsführer des MDK Nord)
s
Teilnehmer des KCG-Expertenforums 2010
D.Wersich (Gesundheitssenator der
Freien und Hansestadt Hamburg) im
Gespräch
mit Dr. N. Lübke (Leiter
des KCG) umd
Dr. K. Schäfer
 (Vors. Hausärzteverband Hamburg
zgl.Vizepräs. Ärztekammer Hamburg)

TN
Dr. G. Hartl  (Bayer. Staatsministerium
für Umwelt und Gesundheit) und
 Dr. C. Alex (Leitender Arzt
des MDK in Bayern)


Podium
Podiumsteilnehmer

HTML-valide  letzte Änderung: 04.02.2011 I webmaster