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  3. Interpretation
  INFO - Service / Assessmentinstrumente in der Geriatrie

Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich schwerpunktmäßig auf anwendungspraktische Aspekte des Instrumentes.

 Funktional Independence Measure  (FIM™)

 Kurzbeschreibung

 Instrument zur Messung der funktionalen Selbständigkeit im Alltag
Fremderhebungsbogen mit 18 Items (A-R). Dieser wird häufig unterteilt in:
- den so genannten motorischen FIM™: Items 1-13 (A-M) mit den Kategorien: Selbstversorgung, Kontinenz, Transfer, Fortbewegung
- den so genannten kognitiven FIM™: Items 14-18 (N-R) mit den Kategorien: Kommunikation, Kognitive Fähigkeiten
jeweils 7-stufige Ausprägungsskala (mit 1 – 7 Punkten) über alle Items
insgesamt zwischen 18 und max. 126 Punkte erreichbar (davon zw. 13 und 91 im motorischen Teil und zw. 5 und 35 im kognitiven Teil)
Durchführung gewertet werden die Ergebnisse einer konkreten Verhaltensbeobachtung, d.h. die faktische Umsetzung, nicht die prinzipiellen Fähigkeiten hierzu

 Zeitbedarf

  je nach Kenntnis des Patienten 5 - 15 Minuten
Interpretation
motorischer Teil (nach ICD -10 GM)
-  13 - 42 Punkte: sehr schwere bis schwere praktisch-motorische Einschränkungen
-  43 - 68 Punkte: mittelschwere bis mittlere praktisch-motorische Einschränkungen
-  69 - 91 Punkte: leichte bis keine praktisch-motorischen Einschränkungen
kognitiver Teil (nach ICD -10 GM)
-  30 - 35 Punkte: keine oder leichte kognitive Funktionseinschränkungen
-  11 - 29 Punkte: mittlere kognitive Funktionseinschränkungen
-   5 - 10 Punkte: schwere kognitive Funktionseinschränkungen

 Vorzüge

 Ergebnisse graphisch darstellbar (Rosette) zur Verlaufsbeschreibung
höhere Veränderungssensibilität als der Barthel-Index

 Einschränkungen

 relativ hoher Schulungsaufwand (ca. 4 Stunden)
ferner Nachschulungen und Fallbesprechungen in der Einführungsphase zu empfehlen
Einstufung von Patienten, die aufgrund fehlenden eigenen Antriebs für ansonsten selbständig durchführbare Aktivitäten Fremdstimulation benötigen, ist nicht verbindlich geregelt (vgl. entspr. Maßgaben zum Barthel-Index)
Summenscore (wie beim Barthel-Index, vgl. Beispiele zur angemessenen Bewertung von Assessmentdaten) nur eingeschränkt aussagekräftig, daher grundsätzlich Interpretation auf Einzelitemebene zu empfehlen
Cut-Offs (bspw. nach o.g. ICD 10-GM) nicht evaluiert
Die Begriffe „motorischer“ und „kognitiver“ FIM™ legen Fehlinterpretationen nahe: Der „motorische“ FIM™-Teil beschreibt im Wesentlichen körperliche Selbstversorgungsfähigkeiten (ähnlich wie der Barthel-Index), bei denen motorische Fähigkeiten eine wichtige Teilkomponente darstellen. Ähnlich beschreibt der „kognitive“ FIM™-Teil  alltagsrelevante Aktivitäts- und Teilhabebeeinträchtigungen, die wesentlich auf kognitive Schädigungen zurückzuführen sind, testet jedoch nicht selbst einzelne kognitive Schädigungsbereiche wie dies in den typischen kognitiven Assessmentinstrumenten (MMSE, DemTect, TFDD etc.) erfolgt
nicht zur quantitativen Ableitung eines Hilfebedarfs geeignet
Instrument ist Copyright-geschützt, sein Einsatz Bedarf der Genehmigung der Copyright-Inhaber
Erstveröffentlichung Granger CV, Hamilton BB, Linacre JM, Heinemann AW, Wright BD. Performance profiles of the functional independence measure. Am.J Phys Med Rehabil 1993;72:84-9.

 Weitere
 Literaturhinweise

de Langen EG, Frommelt P, Wiedmann KD, Amann J. Hinweise auf Bewertungsinstrumente zur Qualitätssicherung in der Rehabilitation - 1. II. Messung der funktionalen Selbständigkeit in der Rehabilitation mit dem Functionalen Selbständigkeitsindex (FIM). Rehabilitation (Stuttg) 1995;34:IV-XI.
de Langen EG. Zur Aussagekraft von Daten über die funktionale Selbständigkeit. Zusammenarbeit von Forschung und Praxis, 5.Rehabilitationswissenschaftliches Kolloqium 6. bis 8. März in Freyung, pp 160-1. Frankfurt am Main: Verband Deutscher Rentenversicherungsträger, 1995.

 Download des Instruments:  Download FIM

HTML-valide  letzte Änderung: 24.01.2008 I webmaster