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INFO - Service / Assessmentinstrumente in der Geriatrie

Beispiele zur angemessenen Bewertung von Assessmentdaten (3):

Assessmentergebnisse sagen nichts über Ursachenzusammenhänge aus.

Ergebnisse eines Assessmenttest sagen nichts darüber aus, ob die zugrunde liegende Schädigung eine schon lange bestehende oder eine durch das zur Krankenhausaufnahme führende Akutereignis bedingte Schädigung ist. Sie sagen auch nichts über die Prognose / voraussichtliche Dauer der Schädigung aus, ob diese also nur einem intermittierenden Geschehen bspw. einer akuten Dekompensation oder einer voraussichtlich dauerhaften Schädigung entspricht.   

Beispiele:
In der ersten ICD-10-GM Version 2004 hieß es für die neuen Ziffern U50.- / U51.- noch „... Kodierung der erworbenen motorischen / kognitiven Funktionseinschränkung ...“. Dies war gar nicht möglich, da die hierfür aufgeführten Assessmentinstrumente weder zwischen angeborenen und erworbenen, noch zwischen alten und neuen Schädigungen bzw. Beeinträchtigungen unterscheiden können! Dieser Fehler wurde in der Version 2005 durch Streichung des Begriffs „erworbene“ beseitigt.

Ein mit einem unterzuckerungsbedingten Schock ins Krankenhaus aufgenommener bewusstloser Diabetiker kann zum Aufnahmezeitpunkt einen Barthel-Index von 0 haben, zwei Stunden später nach Ausgleich seines Zuckerstoffwechsels aber wieder einen Barthel-Index von 100 Punkten. Solche extremen Beispiele sind der Grund dafür, dass in den Hinweisen zu den ICD-10-GM-Ziffern U 50.- / U51.- zusätzlich vermerkt ist, dass die Einstufung „innerhalb der ersten fünf stationären Behandlungstage“ zu erfolgen hat, ergänzt um die Regel: „..sollten sich die Werte innerhalb dieser Zeit verändern, ist der höhere Punktwert zu verschlüsseln.“ Dies soll einer Überschätzung der Funktionseinschränkungen im Rahmen eines kurzzeitigen Akutereignisses vorbeugen.
Dennoch kann es im geriatrischen Bereich auch über diese Fristen hinaus bspw. im Rahmen postoperativer Verwirrtheitszustände oder massiver motorischer Einschränkungen im Rahmen vorübergehender Infekte zu Funktionsbeeinträchtigungen kommen, die sich relativ rasch wieder zurückbilden können und unabhängig bzw. parallel zu durch die Grunderkrankung bedingten längerfristigen Schädigungen und Beeinträchtigungen bestehen. Assessmentinstrumente wie der  BI oder FIM werden immer die Summe aller zum Erhebungszeitpunkt bestehenden Schädigungen und Beeinträchtigungen spiegeln - unabhängig davon, inwieweit diese der aktuellen Grunderkrankung, einer vorbestehenden Erkrankung oder einem gerade zusätzlich bestehenden Infekt zuzuschreiben sind
HTML-valide letzte Änderung: 05.06.2009 I webmaster