|
Ein
mit einem unterzuckerungsbedingten Schock ins Krankenhaus aufgenommener
bewusstloser Diabetiker kann zum Aufnahmezeitpunkt einen Barthel-Index
von 0 haben, zwei Stunden später nach Ausgleich seines
Zuckerstoffwechsels aber wieder einen Barthel-Index von 100 Punkten.
Solche extremen Beispiele sind der Grund dafür, dass in den
Hinweisen zu den ICD-10-GM-Ziffern U 50.- / U51.- zusätzlich
vermerkt ist, dass die Einstufung „innerhalb der ersten fünf
stationären Behandlungstage“ zu erfolgen hat, ergänzt um die
Regel: „..sollten sich die Werte innerhalb dieser Zeit verändern,
ist der höhere Punktwert zu verschlüsseln.“ Dies soll einer
Überschätzung der Funktionseinschränkungen im Rahmen
eines kurzzeitigen Akutereignisses vorbeugen.
Dennoch
kann es im geriatrischen Bereich auch über diese Fristen hinaus
bspw. im Rahmen postoperativer Verwirrtheitszustände oder massiver
motorischer Einschränkungen im Rahmen vorübergehender Infekte
zu Funktionsbeeinträchtigungen kommen, die sich relativ rasch
wieder zurückbilden können und unabhängig bzw. parallel
zu durch die Grunderkrankung bedingten längerfristigen
Schädigungen und Beeinträchtigungen bestehen.
Assessmentinstrumente wie der BI oder FIM werden immer die Summe
aller zum Erhebungszeitpunkt bestehenden Schädigungen und
Beeinträchtigungen spiegeln - unabhängig davon, inwieweit
diese der aktuellen Grunderkrankung, einer vorbestehenden Erkrankung
oder einem gerade zusätzlich bestehenden Infekt zuzuschreiben sind
|