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INFO
- Service / Assessmentinstrumente in der Geriatrie
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Beispiele zur
angemessenen Bewertung von Assessmentdaten (1):
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Es
muss bekannt sein, welchen Erfassungsschwerpunkt und welchen
Erfassungsumfang ein Instrument besitzt.
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Es ist nicht
nur wichtig
zu wissen, in welchem Bereich
ein Instrument etwas misst, sondern auch in welchen Bereichen es etwas
nicht misst.
Beispiele:
| Beim
Timed „Up & Go"-Test scheitern eine Reihe von Patienten nicht
daran, dass sie nicht einige Schritte ohne fremde Hilfe gehen
könnten, sondern daran, dass sie für den Test nicht alleine
aus einem Stuhl in den Stand kommen, was oft gar nicht als
Aufgabenbestandteil realisiert wird. Für einen initial immobilen,
jetzt am Rollator im Flur gehenden Patienten kann der Timed „Up &
Go“ -Test also trotzdem undurchführbar bleiben. |
| Der
Barthel-Index, aber auch der FIM messen körperliche
Selbstversorgungsfähigkeiten, d.h. Dimensionen wie Essen, Sich
waschen,
Anziehen, Gehen, die Toilette aufsuchen, Inkontinenzmanagement etc..
Dies bedeutet aber noch nicht, dass die betreffende Person bei voller
Punktzahl in der häuslichen Umgebung ohne Hilfe zurechtkommt! Hier
sind
insbesondere die so genannten instrumentellen Fähigkeiten zur
Haushaltsführung (z.B. Kochen, Telefonieren/Hilfe rufen
können,
Medikamente einnehmen etc.) nicht berücksichtigt. Darüber
hinaus können
andere bspw. psychische Auffälligkeiten dazu
führen,
dass die
Fähigkeiten vom Patienten gar nicht adäquat eingesetzt werden
können. |
| Es
gibt Patienten, die einen unauffälligen Mini Mental State
(MMST) haben und dennoch im Uhrzeichentest (Clock Completion) extrem
auffällig werden (und umgekehrt!). Dies liegt daran, dass der MMST
zwar
wichtige, aber nicht alle Dimensionen der Kognition exakt genug
erfasst. Insbesondere räumlich-konstruktive und so genannte
exekutive
(Planungs-)Aufgaben sind im MMST unterrepräsentiert. Auch in der
Erkennung von Frühstadien der Demenzentwicklung zeigt der MMST
aufgrund
seiner Items Schwächen, hier werden der DemTect oder der TFDD mit
ihren
Anforderungen früher auffällig. |
Auch der Erfassungsschwerpunkt eines
Instrumentes
ist nicht immer so
eindeutig wie dies zunächst erscheinen mag:
Beispiele:
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Sowohl
der Barthel-Index als auch der FIM messen - exakt
betrachtet - nach ihrer Konzeption nicht nur die
Selbstversorgungsfähigkeiten, sondern auch den Pflegeaufwand.
Wenngleich diese beiden Zielparameter im Regelfall bei
Krankheitsverschlechterung oder im Rahmen rehabilitativer
Maßnahmen
(umgekehrt) korrelieren, kann es hiervon Ausnahmen geben, die
zunächst
unverständlich erscheinen:
Das
Legen eines
Dauerkatheters beim inkontinenten Patienten
(ähnlich
eine PEG-Sonde beim Schluckgestörten) verändert zunächst
an der
Inkontinenz (oder Schluckstörung) als solcher nichts, führt
aber i.d.R.
zu einer Entlastung des Pflegeaufwands (im Idealfall komplett, wenn der
Patient seinen Katheter selbständig versorgen kann, ansonsten
quantitativ gegenüber der Versorgung eines inkontinenten Patienten
ohne
Dauerkatheter). Entsprechend ist dies korrekterweise mit einem Anstieg
im Barthel-Index verbunden, ohne dass sich hierdurch bzgl. der
Inkontinenz als Funktionsstörung etwas verändert hat. Will
man in
diesem Punkt das Rehabilitationsergebnis bewerten, so mag dieser (durch
das Legen eines Dauerkatheters bedingte) Anstieg im BI als unangemessen
erscheinen.
Umgekehrt
bedeutet die vorsichtige Wiederaufnahme der oralen
Nahrungseinnahme bei einem schluckgestörten Patienten sicher eine
Erhöhung des Eigenaktivitätsanteils
im Item „Essen“. In der Regel
wird hiermit aber zunächst ein erheblicher Anstieg des
Unterstützungsbedarfs und der Kontrolle verbunden sein
gegenüber einer
Versorgung durch eine PEG-Sonde. Der Gewinn an Selbständigkeit
geht
hier also mit einem Anstieg des Unterstützungsaufwands und ggf.
oft
zunächst sogar einem Abfall des BI einher.
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