Logo KCG
Bild1Bild2Start3Bild4Bild5Bild6
Home   Kontakt   Impressum
>
 Aktuelles
>  Wir über uns:
>  Kurzprofil profile  profile  profile
>  Organisation
>  Arbeitsfelder
>  Kompetenzen
>  Mitarbeiter
>  Leistungsspektrum
>  Beauftragung
>  Flyer
>  INFO-Service
>
Assessments in der Geriatrie
>
  1. Hintergrund
>    Beispiele (1)
      Beispiele (2)
      Beispiele (3)
      Beispiele (4)
      Beispiele (5)
      Beispiele (6)
      Beispiele (7)
      Beispiele (8)
>
  2. Instrumente
>
  3. Interpretation
>  Kontakt / Anfahrt
INFO - Service / Assessmentinstrumente in der Geriatrie

Beispiele zur angemessenen Bewertung von Assessmentdaten (1):

Es muss bekannt sein, welchen Erfassungsschwerpunkt und welchen Erfassungsumfang ein Instrument besitzt.

Es ist nicht nur wichtig zu wissen, in welchem Bereich ein Instrument etwas misst, sondern auch in welchen Bereichen es etwas nicht misst. 

Beispiele:
Beim Timed „Up & Go"-Test scheitern eine Reihe von Patienten nicht daran, dass sie nicht einige Schritte ohne fremde Hilfe gehen könnten, sondern daran, dass sie für den Test nicht alleine aus einem Stuhl in den Stand kommen, was oft gar nicht als Aufgabenbestandteil realisiert wird. Für einen initial immobilen, jetzt am Rollator im Flur gehenden Patienten kann der Timed „Up & Go“ -Test also trotzdem undurchführbar bleiben.

Der Barthel-Index, aber auch der FIM messen körperliche Selbstversorgungsfähigkeiten, d.h. Dimensionen wie Essen, Sich waschen, Anziehen, Gehen, die Toilette aufsuchen, Inkontinenzmanagement etc.. Dies bedeutet aber noch nicht, dass die betreffende Person bei voller Punktzahl in der häuslichen Umgebung ohne Hilfe zurechtkommt! Hier sind insbesondere die so genannten instrumentellen Fähigkeiten zur Haushaltsführung (z.B. Kochen, Telefonieren/Hilfe rufen können, Medikamente einnehmen etc.) nicht berücksichtigt. Darüber hinaus können andere bspw. psychische Auffälligkeiten dazu führen, dass die Fähigkeiten vom Patienten gar nicht adäquat eingesetzt werden können.

Es gibt Patienten, die einen unauffälligen Mini Mental State (MMST) haben und dennoch im Uhrzeichentest (Clock Completion) extrem auffällig werden (und umgekehrt!). Dies liegt daran, dass der MMST zwar wichtige, aber nicht alle Dimensionen der Kognition exakt genug erfasst. Insbesondere  räumlich-konstruktive und so genannte exekutive (Planungs-)Aufgaben sind im MMST unterrepräsentiert. Auch in der Erkennung von Frühstadien der Demenzentwicklung zeigt der MMST aufgrund seiner Items Schwächen, hier werden der DemTect oder der TFDD mit ihren Anforderungen früher auffällig.

Auch der Erfassungsschwerpunkt eines Instrumentes ist nicht immer so eindeutig wie dies zunächst erscheinen mag:

Beispiele:

Sowohl der Barthel-Index als auch der FIM messen - exakt betrachtet - nach ihrer Konzeption nicht nur die Selbstversorgungsfähigkeiten, sondern auch den Pflegeaufwand. Wenngleich diese beiden Zielparameter im Regelfall bei Krankheitsverschlechterung oder im Rahmen rehabilitativer Maßnahmen (umgekehrt) korrelieren, kann es hiervon Ausnahmen geben, die zunächst unverständlich erscheinen:
Das Legen eines Dauerkatheters beim inkontinenten Patienten (ähnlich eine PEG-Sonde beim Schluckgestörten) verändert zunächst an der Inkontinenz (oder Schluckstörung) als solcher nichts, führt aber i.d.R. zu einer Entlastung des Pflegeaufwands (im Idealfall komplett, wenn der Patient seinen Katheter selbständig versorgen kann, ansonsten quantitativ gegenüber der Versorgung eines inkontinenten Patienten ohne Dauerkatheter). Entsprechend ist dies korrekterweise mit einem Anstieg im Barthel-Index verbunden, ohne dass sich hierdurch bzgl. der Inkontinenz als Funktionsstörung etwas verändert hat. Will man in diesem Punkt das Rehabilitationsergebnis bewerten, so mag dieser (durch das Legen eines Dauerkatheters bedingte) Anstieg im BI als unangemessen erscheinen.
Umgekehrt bedeutet die vorsichtige Wiederaufnahme der oralen Nahrungseinnahme bei einem schluckgestörten Patienten sicher eine Erhöhung des Eigenaktivitätsanteils im     Item „Essen“. In der Regel wird hiermit aber zunächst ein erheblicher Anstieg des Unterstützungsbedarfs und der Kontrolle verbunden sein gegenüber einer Versorgung durch eine PEG-Sonde. Der Gewinn an Selbständigkeit geht hier also mit einem Anstieg des Unterstützungsaufwands und ggf. oft zunächst sogar einem Abfall des BI einher.

HTML-valide  letzte Änderung: 05.06.2009 I webmaster